DrahtwurmEntwicklungForschung

ElatPro

Spotting the needle in a haystack: Predicting wireworm activity in top soil for integrated pest management in arable crops

Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen – Vorhersage der Drahtwurmaktivität in der obersten Bodenschicht als Entscheidungshilfe für integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen in betroffenen landwirtschaftlichen Kulturen

Aktuelle Situation

Drahtwürmer, die weitverbreiteten, bodenbewohnenden Larven der Schnellkäfer, können in landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffel, Mais und Gemüse große wirtschaftliche Schäden verursachen. Typische Drahtwurmschäden entstehen durch das Fressen an den unterirdischen Teilen der Kulturpflanzen, wie Wurzeln, Knollen oder Sprosse. Die Eigenschaft, ungünstige Bedingungen in oberen Bodenschichten durch abtauchen in tiefere Bodenschichten zu überdauern, macht die wirksame Bekämpfung dieses Kulturschädlings schwierig. Aus diesem Grund sind Kenntnisse über das Verhalten von Drahtwürmern besonders wichtig um in der Praxis gute Erfolge bei der Bekämpfung zu erzielen.
Dieses dreijährige, europäische Projekt involviert Wissenschaftler von 14 verschiedenen Forschungsinstitutionen oder anderen Organisationen aus Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz und soll neue Erkenntnisse über das Verhalten und die Biologie der Drahtwürmer liefern.

Projektziele und erwartete Ergebnisse

Das Ziel des Projektes ist es, die vertikalen Wanderungsbewegungen der wichtigsten Drahtwurmarten und ihre fraßaktiven Phasen in der obersten Bodenschicht zu erforschen und bestehende Prognosemodelle mit diesen neu generierten Daten zu verbessern. Mit diesem Aktivitätsprognose-Modell als Grundlage soll ein Werkzeug für Landwirte entwickelt werden, mit dessen Hilfe die optimalen Zeitpunkte für Ernte, Bekämpfungsmaßnahmen und Drahtwurmdichtemessung besser bestimmt werden können.

Die artspezifischen Unterschiede in Verhalten und Biologie der europäischen Drahtwurmarten, müssen bei der Weiterentwicklung der Prognose-Modelle berücksichtigt werden.

Ein bereits existierendes Prognosemodel ist das in Deutschland entwickelte SIMAGRIO-W, dass die Drahtwurmaktivität in den oberen Bodenschichten, basierend auf Daten für Bodentemperatur, Bodenfeuchte und Bodenart vorhersagt. Das Modell berechnet jenen Anteil der Drahtwurmpopulation eines Standortes, der sich aktuell in der obersten Bodenschicht aufhält. Während das Modell in Deutschland gute Vorhersagen liefert, konnten bei der Validierung an Versuchsstandorten in Ost-Österreich nur mäßige Ergebnisse erzielt werden. Hauptgrund war vermutlich unterschiedliche Drahtwurmarten in den Validierungsgebieten in Deutschland und Ost-Österreich.

Um das Prognosemodell SIMAGRIO-W an die regionalen Verhältnisse der unterschiedlichen europäischen Ackerbaugebiete und die jeweils vorherrschenden Drahtwurmarten anzupassen und daraus ein artspezifisches Drahtwurmaktivitäts-Modell zu entwickeln, werden in den teilnehmenden Projektländern Feldversuche durchgeführt. Neben Messungen zu Bodentemperatur und -feuchtigkeit werden die Drahtwurmaktivität mittels Köderfallen und die absolute Drahtwurmdichte mittels Bodenproben erhoben. Diese Feldversuche werden durch Laboruntersuchungen ergänzt. Im Labor können die einflussnehmenden Faktoren, wie beispielsweise Temperatur, Bodenfeuchte oder auch das Larvenstadium der Drahtwürmer im Versuch, genau kontrolliert werden. Diese Ergebnisse helfen bei der Interpretation der im Freiland durchgeführten Untersuchungen und sind für die Eichung des Modells besonders wichtig. Auf diese Weise erhalten wir ein umfangreiches und konsistentes Daten-Set, das eine solide Basis zu Entwicklung, Testung und Optimierung des Prognosemodells darstellt. Ein weiterer wichtiger Punkt der bei der Verbesserung des Prognosemodells ins Auge gefasst werden muss, ist der Einfluss der Bewirtschaftung auf das Wanderverhalten von Drahtwürmern. Daher wird von Projekt-Partnern eine Untersuchung mit Kleinparzellen durchgeführt werden, wobei die vertikale Wanderung von Drahtwürmern in Parzellen mit Kartoffeln mit jener in der angrenzenden Naturwiese untersucht werden soll.

Aufgaben von Meles als Forschungspartner innerhalb des Projektes

  • Expertise im Monitoringdesign: Mitarbeit bei der Erstellung von Guidelines zum durchgehenden Monitoring der vertikalen Wanderungsbewegungen von Drahtwürmern in Praxisflächen
  • Anlage und Betreuung von zwei standardisierten Drahtwurm-Monitoringstandorten in Ost-Österreich (westliches Weinviertel und Marchfeld)
  • Kontinuierliche Messung von Drahtwurmaktivität mittels Köderfallen, Bodenfeuchte und -temperatur in Kartoffel auf den Versuchsflächen
  • Erhebung der absoluten Drahtwurmdichte mittels Bodenproben in regelmäßigen Abständen zum Vergleich mit der Drahtwurmaktivität
  • Morphologische Bestimmung und Vermessung der gesammelten Drahtwurmarten
  • Auswertung und Publikation der erhobenen Felddaten
  • Bereitstellung der erhobenen Daten für die Weiterentwicklung des Prognosemodells

Facts

Titel: ERA-NET C-IPM: Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen – Vorhersage der Drahtwurmaktivität in der obersten Bodenschicht als Entscheidungshilfe für integrierte Pflanzenschutzmaßnahmen in betroffenen landwirtschaftlichen Kulturen

Akronym: ElatPro

Leadpartner: AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Projekt Partner: Meles GmbH, Universität Innsbruck, University of Liege, National research centre for witloof Chicory, INAGRO, Landbouwcentrum voor voedergewassen vzw, Agrocampus Ouest Rennes, Central Institute for Decision Support Systems in Crop Protection, Julius Kühn-Institut, Veneto Agricoltura, Agroscope, Information System for Integrated Plant Production (ISIP), Hooibeekhoeve

Laufzeit: Nov 2016 bis Nov 2019

Fördergeber: EU, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

 

Kontakt:

Dr. Patrick Hann, p.hann@melesbio.at

Mag. Birgit Putz, b.putz@melesbio.at

 

Impressum:

Meles GmbH

Mörikestraße 20, 3100 St. Pölten